Zwischen Strohballen und Misthaufen
Ich bin als Bauerntochter aufgewachsen – und ich habe es geliebt. Ein Pferd gab's nicht, dafür einen Esel. Der war ehrlich gesagt sowieso besser. Drinnen war nicht so mein Ding; man fand mich zwischen Strohballen, auf dem Misthaufen oder irgendwo oben in einem Baum.
Nach der Grundschule wurde ich Zierpflanzengärtnerin – eine ideale Basis, aber für mich dann irgendwie doch zu fein. Also der nächste Schritt: Landschaftsgärtnerin. Das war voll mein Ding. Im Garten- und Landschaftsbau arbeitete ich viele Jahre mit echter Leidenschaft.
Im Winter zog es mich in die Berge – Saisonstellen, frische Luft, Freiheit. Der perfekte Ausgleich. Und zwischendurch: Reisen. Südamerika. Alpsommer. Leben eben.
Büro. Offerten. Besprechungen.
Parallel zur Arbeit bildete ich mich weiter – bis zur Bauführerin im Garten- und Landschaftsbau. Einige Jahre führte ich mit einem Partner einen Betrieb.
Eine wertvolle Erfahrung – keine Frage. Büro, Offerten, Planung, Druck von allen Seiten. Ich war gut in dem, was ich machte, die Kunden waren stets begeistert. Ich hielt dem Druck stand, dachte, das sei halt so – fragte mich aber immer öfter:
«Das muss doch auch irgendwie anders gehen – das nimmt mir ja die Freude am Beruf.»
Zack – war sie da: die Familie.
Ein echter Wendepunkt. Ich arbeitete Teilzeit weiter, aber innerlich lief ich leer. Nicht weil ich zu viel machte, sondern weil ich zu viel in mir unterdrückte. Eine Zeit lang war ich wie gelähmt, nichts mehr war im Fluss.
Ich fing an, meiner inneren Stimme mehr Raum zu geben und begann immer mehr Entscheidungen für mich zu treffen. So gestaltete ich Schritt für Schritt meine Realität.
«Eine neue Ära begann.»
Ich begab mich in Welten, die mir bis dahin fremd gewesen waren: Ausbildungen in Energiearbeit und Bewusstseinserweiterung. Alles, was ich früher kaum einordnen konnte und nicht greifbar war – genau das hat mich fasziniert und meinen Horizont erweitert.
Und dann kam Chile
Eins nach dem anderen kam ins Rollen, mein Leben wurde immer lebendiger und intensiver – neue Ideen und Möglichkeiten eröffneten sich mir. Dann kam ein grosser Schritt: 9 Monate Chile. Meine Intuition war klar: Nicht ein bisschen Reisen mit der Familie, nicht ein wenig anders leben. Nein – Chile – jetzt.
So kam es, dass wir als Familie an einem wunderbaren Ort leben und die bisher grössten und intensivsten Erfahrungen unseres Lebens sammeln durften.
In dieser Zeit wurde mir klar, wie ich diese Welt mitgestalten will und so ist aus dieser Erkenntnis mein Angebot entstanden.
«Diesem Ort und meiner Familie bin ich zutiefst dankbar.»
2025 © Andrea Jöhr
